ÿþ<HTML> <BODY> <img src="http://vg00.met.vgwort.de/na/27772e18ba864728b45d" width="1" height="1" alt=""> <HEAD> <TITLE>Dr. Cordula Tollmien Anna Michailowna Jewreinowa (Ewreinowa)</TITLE> <link rel=stylesheet type="text/css" href="formate/hauptseite.css"> </HEAD> <center> <TABLE BORDER Width=900> <TR> <TD ALIGN="center"><H2>Cordula Tollmien</H2> </TD> <td> <H2>Anna Michailowna Jewreinowa (Ewreinowa)</H2> <p>geboren 1844 in Petersburg <br>gestorben 1919 <p>Juristin </td> </TR> <TR> <TD> <p><b>1844 bis 1868</b> <p><span style="font-size:11pt;">Kindheit und Jugend, fr&uuml;hes Interesse an Bildung und juristischen Fragen <P>&nbsp; <P>&nbsp; <P>&nbsp; </td> <td> Anna Michailowna Jewreinowa (Ewreinowa) wurde 1844 in Petersburg geboren. Ihr Vater Michail war General-Adjutant und Verwalter des <A HREF="http://www.petersburg-info.de/html/peterhof_st__petersburg.html" target="blanck">Peterhofs</A>, der vor den Toren von Petersburg gelegenen zaristischen Residenz, die oft als das russische Versailles bezeichnet wird. <p>Anna Michailowna, meistens Janna genannt, wuchs auf dem Land auf. Sie bekam zun&auml;chst eine Ausbildung an dem bekannten Patriotischen Institut in Petersburg - einer nach den Napoleonischen Kriegen 1813 urspr&uuml;nglich für Offizierswaisen gegr&uuml;ndete Einrichtung f&uuml;r M&auml;dchenbildung, das wegen der dort herrschenden kindbezogenen Athmosph&auml;re einen sehr guten Ruf genoss. Vorbereitet wurden die M&auml;dchen in diesem Institut auf eine T&auml;tigkeit als Gouvernante oder als k&uuml;nftige Mutter, die ihre Kinder angemessen erziehen und ihnen eine standesgem&auml;&szlig;e Grundbildung vermitteln k&ouml;nnen sollte. Abgesehen von fremdsprachlichen Kenntnissen wurden kaum wissenschaftliche Lehrinhalte vermittelt. Nach dem Patriotischen Institut besuchte Janna dann ein nicht n&auml;her bekanntes M&auml;dchenpensionat. <p>Jewreinowa kam schon fr&uuml;h in Kontakt mit fortschrittlichen Menschen, die das undemokratische zaristische Regime ablehnten. Sie geh&ouml;rten der sog. <A HREF="sofjalebensdaten.html#nihilisten">nihilistischen Bewegung</A> an, eine intellektuellen Jugendbewegung der 1860er Jahre in Russland, die sich f&uuml;r die Emanzipation der Frauen und die "Befreiung des Volkes" einsetzte. Vom konservativen materialistischen Leben ihrer Eltern f&uuml;hlte sie sich abgesto&szlig;en. Sie wollte sich intellektuell bet&auml;tigen und wie alle Nihilisten auf diese Weise ihrem Volk dienen. Mit Hilfe von Freunden aus Universit&auml;tskreisen  fast alle jungen Wissenschaftler in Petersburg oder Moskau geh&ouml;rten damals der nihilistischen Bewegung an  begann sie sich mit Rechtswissenschaften zu besch&auml;ftigen. Zuvor hatte sie schon ihren Deutschlehrer, den ihr ihre Eltern bezahlten, &uuml;berredet hatte, sie nicht nur in Deutsch, sondern auch in den alten Sprachen zu unterrichten, was f&uuml;r M&auml;dchen damals v&ouml;llig un&uuml;blich war. </TR> <TR> <TD> <p><b>1868/69</b> <p><span style="font-size:11pt;">Studienpl&auml;ne </TD> <td> Wie viele junge russische Frauen dieser Zeit war auch Anna Michailowna Jewreinowa fest entschlossen, ein richtiges Studium zu absolvieren. Dies aber war f&uuml;r Frauen in Russland zu dieser Zeit unm&ouml;glich. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin, Anna Wassiljewna Korwin-Krukowskaja (1843-1887, allgemein nur Anjuta genannt), der Schwester von <A HREF="sofja.html">Sofja Wassiljewna Korwin-Krukowskaja, sp&auml;ter Kowalewskaja</A>, entwarf Jewreinowa deshalb Pl&auml;ne f&uuml;r ein Studium im westeurop&auml;ischen Ausland. Nachdem die Krukowskaja-Schwestern 1868 nach Petersburg gekommen ware, machten sich daher alle drei gemeinsam auf die Suche nach einem Mann, der sie pro forma heiraten, sie dann zum Studium nach Westeuropa begleiten und danach verlassen sollte. Solch eine fiktive Heirat war eine damals durchaus verbreitete Methode, um den v&auml;terlichem Zugriff und dem Studienverbot zu entkommen. <p>In demselben Jahr nahm Jewreinowa auch brieflichen Kontakt zu ihrer Cousine <A HREF="julia.html">Julia Lermontowa</A> (eine Tochter der Schwester ihrer Mutter) in Moskau auf, von der sie erfahren hatte, dass diese ebenfalls studieren wollte. &Uuml;ber Jewreinowa lernte Lermontowa dann &uuml;brigens Sofja Kowalewskaja (damals noch Korwin-Krukowskaja) kennen, mit der sie von da an eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. <p><A HREF="juliaerinnerungen.html#studienplaene">Erinnerungen Julia Lermontowas an das Kennenlernen von Jewreinowa</A> <p><A HREF="jewreinowabrief1868.html">Der erste Brief Jewreinowas an Julia Lermontowa, 1868</A> <p>Sofja Krukowskaja gelang es, einen <A HREF="sofjalebensdaten.html#scheinehe">fiktiven Ehemann</A> zu finden. Sie heiratete im September 1868 den sp&auml;teren Pal&auml;ontologen Wladimir Kowalewski (1842-1883) und brach mit ihm und ihrer Schwester Anjuta im Fr&uuml;hjahr 1869 nach Westeuropa auf, wo sie nach einer Zwischenstation in Wien in Heidelberg die Zulassung als Gasth&ouml;rerin f&uuml;r Mathematik erhielt. Julia Lermontowas Eltern hatten versprochen, dass Julia Sofja folgen durfte und so reiste auch Julia Lermontowa im Herbst 1869 nach <A HREF="julialebensdaten.html#juliaheidelberg">Heidelberg, wo sie mit dem Chemiestudium begann</A>. </td> </TR> <TR> <TD> <p><b>1869-1871</b> <p><span style="font-size:11pt;">Heidelberg </TD> <td> <a NAME="flucht">Jewreinowa hatte dagegen nicht so viel Gl&uuml;ck. Ihr Vater verweigerte ihr kategorisch die Genehmigung zum Studium. Er ermutigte sogar die Avancen des Gro&szlig;f&uuml;rsten Nikolai Nikolajewitsch, der ein Auge auf Janna geworfen hatte. Damals war es in den gehobenen Kreisen Petersburgs durchaus &uuml;blich, dass Eltern ihre T&ouml;chter den Gro&szlig;f&uuml;rsten geradezu anboten, obwohl sie wussten, dass eine solche Beziehung niemals in einer Ehe m&uuml;nden w&uuml;rde. Jewreinowa war deshalb so verzweifelt, dass sie, wie sie Sofja schrieb, mit dem Gedanken spielte, ins Wasser zu gehen. Nachdem ihr Versuch, den russischen Revolution&auml;r Pjotr Nikitisch Tchachew (Tkachev, 1844-1885) zu einer fiktiven Ehe zu &uuml;berreden, daran gescheitert war, dass Tchachew, der ein Kampfgenosse von <A HREF=" http://de.wikipedia.org/wiki/Michail_Alexandrowitsch_Bakunin" target="blanck"> Michail A. Bakunin (1814-1876) </A> und Pjotr L. Lawrow (1823-1900) war, inhaftiert worden war, verhalf ihr Wladimir Kowalewki, der Schein-Ehemann von Sofja Kowalewskaja zur Flucht. Wladimir Kowalewski, der in Russland sein Geld als &Uuml;bersetzunger und Herausgeber von naturkundlichen und politschen Werken verdient hatte, vermittelte ihr den Kontakt zu V. J. Jewdokimow (Ewdokimow), seinem Buchh&auml;ndler, der ebenfalls Mitglied der zaritischen Oppostionsbewegung war. Dieser gab Janna Geld und den Namen einiger Leute, die sie &uuml;ber die russisch-polnisch (damals russisch-preu&szlig;ische) Grenze schmuggeln konnten. Sie floh zu Fu&szlig; in der Nacht und reiste dann zu den Kowalewskijs, Anjuta und Julia Lermontowa nach Heidelberg. <p>Jewdokimows uneigenn&uuml;tzige Hilfe blieb nicht ohne Folgen f&uuml;r ihn. Denn Jewreinowa beging den unverzeihlichen Fehler ihm einen Dankbrief zu schicken, der die Ank&uuml;ndigung einer Arbeiterversammlung in Berlin und Anschuldigungen gegen die zaritische Regierung enthielt. Der Brief wurde ge&ouml;ffnet und Jewdokimow und der Besitzer des von ihm gef&uuml;hrten Buchladens Cherkesow wurden verhaftet. Wladimir musste sich von seinem Schwiegervater, General Korwin-Krukowskaja 3000 Rubel leihen, um Jewdokimow freizukaufen. <p>Wann genau Jewreinowa in Heidelberg ankam, ist in der Literatur umstritten. Lermontowa schreibt in ihren <A HREF=" http://www.tollmien.com/juliaerinnerungen.html#jewreinowa"> Erinnerungen</A>, es sei der Herbst 1870 gewesen (was nicht stimmen kann, das Jewreinowa nachweislich schon im SS 1870 Vorlesungen in Heidelberg hörte). Musabekow behauptet, sie sei schon im Januar 1869 geflohen, und gibt daf&uuml;r sogar den genauen Tag, n&auml;mlich den 10. Januar 1869 an. Auch das ist sicher unzutreffend: Denn im Januar 1869 war noch nicht einmal Sofja Kowalewskaja nach Westeuropa aufgebrochen. H&auml;tte die Flucht Jewreinowas schon drei Monate vor Kowalewskajas Abreise stattgefunden, h&auml;tte Sofjas Vater ihr sicher nicht mehr erlaubt, das Land zu verlassen. (In einem <A HREF="jewreinowalexikon.html">zeitgen&ouml;ssischen Lexikonartikel</A> wird sogar behauptet, dass Jewreinowa schon 1867 nach Heidelberg kam. Das ist aber nach dem Gesagten ganz ausgeschlossen.) Die Erinnerungen Lermontowas sind bez&uuml;glich der Jahresangaben ingesamt nicht immer zuverl&auml;ssig. Doch beschreibt sie ausf&uuml;hrlich, <A HREF="juliaerinnerungen.html#jewreinowa">wie sich ihr und Sofjas Leben ver&auml;nderte, als Jewreinowa in Heidelberg eintraf</A>, so dass wir davon ausgehen k&ouml;nnen, dass Jewreinowa nach Heidelberg kam, als Julia Lermontowa, die seit Herbst 1869 in Heidelberg war, schon in Heidelberg war. Briefen, die Sofja Kowalewskajas Ehemann Wladmir an seinen Bruder Alexander schrieb, können wir dann genau entnehmen, dass Jewreinoa Ende November 1969 in Heidelberg eintraf. </A> </td> </TR> <TR> <td> <p><b>1871-1873</b> <p><span style="font-size:11pt;">Studium in Leipzig </td> <TD> Jewreinowa blieb drei Semester in Heidelberg, und ging im Herbst 1871 zur Fortsetzung ihres Studiums nach Leipzig. <p>Jewreinowas Vater hatte Jannas Studienwunsch so vehement bek&auml;mpft, dass er nach ihrer Flucht angeblich sogar die russische Geheimpolizei einschaltete. Jewreinowas Mutter  so zumindest die Erinnerungen von Lermontowa - legte ihre ablehnende Haltung jedoch nach der Flucht ab, reiste ihrer Tochter nach Heidelberg und, als sie sie dort nicht mehr antraf, auch nach Leipzig nach, und vers&ouml;hnte sich mit ihr. Auch der Vater scheint Jewreinowa verziehen zu haben, denn er unterst&uuml;tzte sp&auml;ter (auch finanziell) ihr Studium. <p><a HREF="juliaerinnerungen.html#jewreinowa">Julia Lermontowa &uuml;ber die Eltern von Jewreinowa</A> <p>1872 wandte sich Jewreinowa an den Akademischen Senat der Universit&auml;t Leipzig mit der Bitte um Zulassung zur Doktorpr&uuml;fung als Externe. Die Mitglieder des Senats konnten sich lange nicht zu einer Entscheidung durchringen, da bekam sie von unerwarteter Seite Hilfe. Der reformfreudige damalige K&ouml;nig von Sachsen, <A HREF="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_I._(Sachsen)" target="blanck">Johann I.</A>, besuchte gemeinsam mit seinem Justizminister eine juristische Vorlesung. Er sprach Jewreinowa w&auml;hrend dieses Besuchs an und fragte sie nach ihren W&uuml;nschen. Nachdem sie ihm berichtet hatte, bot er an, in der n&auml;chsten Sitzung des Senats als ihr F&uuml;rsprecher aufzutreten. Jewereinowa &uuml;berraschte auf dieser Sitzung alle Anwesenden mit ihrer umfassenden Bildung, ihrer logischen Argumentation und ihrem redegewandten Auftreten. Sie erhielt die Zulassung zur Promotion. </td> </TR> <TR> <TD> <p><b>21. Februar 1873</b> <p><span style="font-size:11pt;">Promotion in Leipzig </TD> <td> <A NAME="promotion">Nach dem Eintrag im Doktorbuch der Juristischen Fakult&auml;t Leipzig, (Universit&auml;tsarchiv Leipzig) wurde "Johanna von Ewreinow", geboren in Petersburg, am 21. Februar 1873 in Leipzig promoviert. Alle Promotionsunterlagen sowie alle Dekanatsunterlagen der Juristen sind bei den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs in Leipzig verbrannt, auch die Doktorarbeiten sind nicht mehr vorhanden. Wir wissen daher weder &uuml;ber welches Thema Jewreinowa, noch bei wem sie promoviert hat. Wir wissen auch nicht ganz sicher, ob sie eine m&uuml;ndliche Pr&uuml;fung ablegen musste, oder wie <A HREF="sofjalebensdaten.html#promotion">Kowalewskaja ein Jahr sp&auml;ter in G&ouml;ttingen davon befreit</A> wurde. Da die Rechtswissenschaften aber anders als die Mathematik wesentlich durch die m&uuml;ndliche Argumentation gepr&auml;gt sind und Jewreinowa auch schon vor dem Universit&auml;tssenat gesprochen hatte, ist es wahrscheinlich, dass sie  wie auch bei Musabekow behauptet  schwierige und umfangreiche Pr&uuml;fungen abzulegen hatte. <p>Jewreinowa hatte ihr Studium in Leipzig in der Rekordzeit von nur zweieinhalb Jahren abgeschlossen und war damit die erste der vier im Laufe des Jahres 1869 auf mehr oder weniger abenteuerlichen Wegen nach Heidelberg zum Studium aufgebrochenen Freundinnen, die promoviert wurde: <A HREF="sofjalebensdaten.html#promotion">Kowalewskaja</A> und <A HREF="julialebensdaten.html#promotion">Lermontowa</A> wurden 1874 in G&ouml;ttingen promoviert, Sofjas Schwester Anjuta Korwin-Krukowskaja, Jannas engste Freundin, hatte &uuml;berhaupt kein Studium aufgenommen, sondern sich in Paris der dortigen Arbeiterbewegung angeschlossen und war wie schon in ihrer Jugend sp&auml;ter literarisch t&auml;tig. Weltweit war Jewreinowa einer der ersten promovierten Frauen &uuml;berhaupt und wahrscheinlich die erste Frau, die in den Rechtswissenschaften einen Doktor erwarb. Und wenn sie wirklich eine m&uuml;ndliche Pr&uuml;fung abgelegt hat, dann war sie auch die erste Frau, die in Deutschland in einem regul&auml;ren Verfahren promoviert wurde.</A> </td> </TR> <TR> <TD> <p><b>1873 ff. </b> <p><span style="font-size:11pt;">Wissenschaftlich-literarische T&auml;tigkeit in Russland und im Ausland </TD> <td> Unklar ist, ob Jewreinowa nach ihrer Promotion zun&auml;chst nach Russland zur&uuml;ckkehrte oder direkt mit ihren Forschungen &uuml;ber das traditionelle Rechtssystem der s&uuml;dlichen Slawen in Kroatien und Dalmatien begann. Dort arbeitete sie jedenfalls einige Jahre lang in den Archiven der Kl&ouml;ster und ver&ouml;ffentlichte mehrere Aufs&auml;tze &uuml;ber das s&uuml;dlawische Rechtssystem. <p>Auch nachdem sie Mitte oder Ende der 1870er Jahre endg&uuml;ltig nach Russland zur&uuml;ckgekehrt war, reiste sie viel ins Ausland, nach England beispielsweise, Frankreich, Italien und sogar in die USA. Sie hielt sehr erfolgreiche Vortr&auml;ge u.a. in Wien, Paris, Washington und Philadelphia. <p>In Russland entfaltete sie eine rege wissenschaftlich-literarische T&auml;tigkeit und erforschte weiter die Bedeutung der traditionellen Rechtsprechung f&uuml;r die moderne Gesetzgebung, besch&auml;ftigte sich aber beispielsweise auch mit dem Erbrecht der Frauen und mit landwirtschaftlichen Genossenschaften. Daf&uuml;r untersuchte sie vor Ort das Leben in einem Bauerndorf im Poschechonskij Ujesd Jaroslawskaja Gouvernement. Ergebnis dieser Forschungen war die 1880 in Moskau erschienene Ver&ouml;ffentlichung <A HREF="jewreinowaveroeffentichungen.html#gemeineigentum">"Zur Frage des Rechts auf Erwerb von Grundst&uuml;cken durch Dorfgemeinschaften als Gemeineigentum"</A>. <P>Jewreinowa war Mitglied sowohl der Moskauer als auch der Petersburger Juristischen Gesellschaft, in letzterer war sie Mitglied des Redaktionsausschuss der Abteilung f&uuml;r traditionelle Rechte, und auch in der Moskauer Gesellschaft Vorsitzende einer der dortigen Kommissionen. <A HREF="jewreinowaveroeffentlichungen.html">Ver&ouml;ffentlichungen</A> von ihr erschienen in der Juristischen Wissenschaftlichen Zeitschrift, in der Zeitschrift f&uuml;r Zivil- und Strafrecht und in der Zeitschrift "Bote der Nordens" (hier war sie von 1885-1889 Herausgeberin), aber auch in dem feministischen Verlag "Freund der Frauen". <P>Die Zeitschrift "Bote des Nordens" (!525@=K9 25AB=8:) war keine juristische, sondern eine literarische, popul&auml;rwissenschaftliche Zeitschrift. Hier erschienen 1890 zum Beispiel auch der Bericht von Sofja Kowalewskaja "Drei Tage an einer Bauernuniversit&auml;t in Schweden" und nach deren Tod 1892/93 die <A HREF="./pdf/leffler_kowalewskaja.pdf" target="blanck">Erinnerungen ihrer schwedischen Schrifstellerfreundin Charlotte Leffler an Sofja Kowalewskaja</A>. Nach den Angaben einer <A HREF="jewreinowalexikon.html#paare">russischen Internetseite, die sich mit bekannten Frauenpaaren des 19. Jahrhunderts besch&auml;ftigt</A>, war Jewreinowa, die dort als eine der ersten Feministinnen des Landes bezeichnet wird, sogar die Begr&uuml;nderin der Zeitschrift "Bote des Nordens". <p>Es ist nicht bekannt, wie Jewreinowa ihre wissenschaftliche und literarische Arbeit finanziert hat. Da man aber davon ausgehen kann, dass auch Jewreinowa wie Kowalewskaja und Lermontowa keine ihrer Ausbildung angemessene bezahlte Stellung an einer russischen Universit&auml;t hatte, und auch ihre literarische und Vortragst&auml;tigkeit wahrscheinlich nicht oder nicht angemessen bezahlt wurde, wird sie wohl  wie letztendlich auch <A HREF="julialebensdaten.html#gut">Julia Lermontowa</A> - vom Verm&ouml;gen ihrer Eltern gelebt haben. <P>Aus Jewreinowas Privatleben wissen wir nur, dass sie jahrelang <A HREF="http://www.tollmien.com/jewreinowalexikon.html#paare"> mit ihrer Freundin Maria Fjodorowa zusammengelebt</A> hat und dass die Freundschaft zu Kowalewskajas Schwester Anjuta, die 1870 den franz&ouml;sischen Revolution&auml;r Victor Jaclard (1840-1903) geheiratet hatte, bis zu deren fr&uuml;hen Tod 1887 bestehen blieb. Immer wenn Anjuta, die in den 1880er Jahren abwechselnd in Frankreich und Russland lebte, in Petersburg war, wohnte sie bei Jewreinowa. </td> </TR> <TR> <TD> <p><b>1919</b> <p><span style="font-size:11pt;">Tod </TD> <td> Anna Michailowna Jewreinowa starb 1919 im Alter von 75 Jahren. Nach Sofja Kowalewskaja ist sie von den vier Freundinnen, die 1868 aufgebrochen waren, die (wissenschaftliche) Welt zu erobern, die erfolgreichste und war  wie eine Recherche im russischen Internet ergab  auch die bekannteste: Schon zu Lebzeiten befand man sie eines <A HREF="jewreinowalexikon.html">Lexikoneintrags</A> f&uuml;r w&uuml;rdig, und auch heute findet man Jewreinowa (nicht aber Lermontowa) selbstverst&auml;ndlich in der <A HREF="jewreinowalexikon.html#wikipedia">russischen Ausgabe von Wikipedia</A>. In Deutschland  auch in Leipzig, wo man sich mit der ersten promovierten Juristin Europas schm&uuml;cken k&ouml;nnte  ist sie so gut wie vergessen. </td> </TR> </TABLE> <TABLE Width=900> <TR> <td> <span style="font-size:11pt;"><b>Literatur</b> <P> B&ouml;lling, Reinhard (HG.), Briefwechsel Karl Weierstra&szlig; und Sofja Kowalewskaja, Berlin 1993. S. 101 Anm. 6. <p> Charlamov, Igor Nikolaevic, Das Patriotische Institut in St. Petersburg unter Luise von Wistinghausen 1819 - 1847, in: Jahrb&uuml;cher f&uuml;r Geschichte Osteuropas, 43 (1995) 4, S. 536-545. <p> Hibner Koblitz, Ann, A Convergence of Lives. Sofia Kovalevkaia: Scientist, Writer, Revolutionary, Boston-Basel-Stuttgart 1983, S. 66 ff., S. 85 ff., S. 92-97, S. 174. <p> Hibner Koblitz, Ann, Science, Women, and the Russian Intelligentsia. The generation of the 1860s, in: ISIS 79 (1988), S. 208  226. <p>Leffler, Anna Charlotte, Sonja Kovalevsky, was ich mit ihr zusammen erlebt habe und was sie mir &uuml;ber sich selbst mitgeteilt hat, Leipzig o.J. (1894), S.14-17 (die dort genannte Ines ist Jewreinowa). <p><A HREF="juliaerinnerungen.html#studienplaene">Lermontowa, Julia, Erinnerungen an den ersten Kontakt mit Jewreinowa</A> <P><A HREF="juliaerinnerungen.html#jewreinowa">Lermontowa, Julia, Erinnerungen an Jewreinowas Studium</A> <p><A HREF="http://www.rulex.ru/01060031.htm" target="blanck">Lexikonartikel &uuml;ber Jewreinowa vom Anfang des 20. Jahrhunderts (russisch)</A>, <A HREF="jewreinowalexikon.html">mit deutscher &Uuml;bersetzung</A> <P>Musabekow, Jussuf S., Julia Wsewolodowna Lermontowa, Moskau 1967 (dieser Titel liegt gedruckt nur auf Russisch vor: CA015:>2, ..!., .;8O A52>;>4>2=0 5@<>=B>20: 1846  1919, Simon Panitch hat dankenswerterweise f&uuml;r mich davon eine &Uuml;bersetzung angefertigt.), S. 27 f. und S. 35 f. <p> Schwarzer, Rolf, "Ein liebensw&uuml;rdiges Paar". Anna Wassiljewna Korwin-Krukowakaja und Charles-Victor Jaclard  zwei Mitstreiter von Marx und Engels, in: Marx-Engels-Jahrbuch 13 (1991), S. 302-319. <p>Stillmann, Beatrice, Einleitung zu Sofya Kovalevskaya, A Russian Childhood, New York, Heidelberg-Berlin, S. 1-49, hier S. 13. <p><A HREF="http://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%95%D0%B2%D1%80%D0%B5%D0%B8%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B0,_%D0%90%D0%BD%D0%BD%D0%B0_%D0%9C%D0%B8%D1%85%D0%B0%D0%B9%D0%BB%D0%BE%D0%B2%D0%BD%D0%B0" target="blanck">Wikipediaartikel &uuml;ber Jewreinowa (russisch)</A>, <A HREF="jewreinowalexikon.html#wikipedia">mit deutscher &Uuml;bersetzung</A></span> <P>&nbsp; <hr> <P ALIGN="center"><A HREF="jewreinowa.html">Zur&uuml;ck zur Hauptseite von Anna Jewreinowa</A> </td> </TR> </TABLE> <TABLE ALIGN="left"> <TR> <TD> <P>&nbsp; <P><BUTTON OnClick="javascript:top.location.href='../index.html'">&copy; Cordula Tollmien</BUTTON> </TD> </TR> </TABLE> </BODY> </HTML>